Warum auch eine Nullzinspolitik nicht hilft
Der Sozialwissenschaftler Gunnar Heinsohn liefert die beste Erklärung der Wirtschaftskrise, die ich bisher gelesen habe. Er schlüsselt auf, warum die Zinssenkungen in Japan und den USA die Finanzkrisen weder aufhalten noch mildern konnten und warum Kredithaie trotz hoher Zinsen dennoch Zulauf an Kunden haben. Es ist das Spiel mit dem Ausfallrisiko. Nur wer Sicherheiten bieten und Eigentum verpfänden kann, erhält Kredit oder wie Woody Allen es ausdrückte: Banken sind Institutionen, die Geld an Leute verleihen, die nachweisen können, dass sie es nicht brauchen. Wer auf die Sicherheiten verzichtete, ließ es sich mit hohen Zinsen bezahlen.
Heinsohn entlarvt unsere Marktwirtschaft als das, was sie eigentlich ist, keine – wie oft suggeriert wird – vom Tauschhandel herrührende Produktions- und Geldwirtschaft mehr, sondern vielmehr eine “Eigentumswirtschaft”, bei der nicht der Besitz und optimale Tausch von Gütern Mehrwert schaffen, sondern Eigentum und Verfügbarkeit die Grundlage für ein Wirtschaften bilden, das nur nur durch permanente Innovation vor dem stets drohenden Ruin gerettet werden kann.
Gunnar Heinsohn: Die nächste Blase schwillt schon an. FAZ, 22. Mai 2009
Das seh ich auch so. Nur wer informiert und schult unsere Wirtschaftspolitiker und Noten-
bankchefs?