US-Senat will Reiseverbot nach Kuba aufheben
Der US-Senat will das Reiseverbot nach Kuba für US-Amerikaner aufheben. Das kommt einer Revolution in der Kuba-Politik der Vereinigten Staaten gleich und wird als erster Schritt hin zu einer möglichen Aufhebung des Handelsembargos gegen Kuba angesehen. Das Wirtschafts- und Handelsembargo der USA wurde am 7. Februar 1962 durch Präsident John F. Kennedy erlassen, nachdem Fidel Castro US-amerikanische Bürger und Unternehmen auf Kuba, u.a. die United Fruit Company, enteignet hatte.
Das Embargo gilt noch heute und bestimmt, dass keine kubanischen Produkte oder Rohstoffe in die USA eingeführt werden dürfen. Im Gegenzug muss Kuba jedoch eingeführte US-Lebensmittel in US-Dollar bezahlen. Das Embargo untersagt US-Firmen und deren ausländischen Niederlassungen Handel mit Kuba zu treiben. Schiffe, die in Kuba anlegen, dürfen sechs Monate lang nicht die USA anfahren. US-Bürger dürfen kein Geld in Kuba ausgeben und noch nicht einmal Geschenke annehmen, was de facto zu dem genannten Reiseverbot geführt hat. Selbst, wer Familienangehörige auf Kuba hat, darf diese maximal einmal alle drei Jahre besuchen.
Das Wirtschafts- und Handelsembargo führte in Kuba zu großen Versorgungsengpässen und einer Rationierung der Lebensmittel. Viele Artikel des täglichen Gebrauchs und Baumaterialien sind kaum erhältlich. Für die medizinische Versorgung sind die Bestimmungen teilweise gelockert worden. Dennoch gibt es auch hier noch immer großen Bedarf.
- US-Reiseverbot nach Kuba auf der Kippe. Handelsblatt, 31. März 2009
- Rory Carroll: Obama will use spring summit to bring Cuba in from the cold. The Observer, 8. März 2009