‘Milk’ ist eine sanfte Hommage voller Luftballons, Lächeln und Twinkies an eine Ikone aus den Anfängen der Schwulenbewegung. Harvey Milk kämpfte im San Francisco der siebziger Jahre als Stadtrat gegen die Diskriminierung von Homosexuellen und fand dafür den Tod.

Nein, es ist kein surrealer Einfall von George Bataille oder Salvador DalÃ, er heißt wirklich so: ‘Milk’ ist Harvey Milk und war einer der ersten bekennenden Homosexuellen, die in ein öffentliches Amt gewählt wurden. Heute gilt er als Ikone der Schwulenbewegung. 1978 wurde Harvey Milk in San Francisco Stadtrat seines Bezirks, nachdem dieser sich im Laufe der siebziger Jahre in konzentrischen Kreisen um Milks Fotoladen ‘Castro Camera’ zum Szeneviertel gemausert hatte.
Vier Anläufe und die Unterstützung nicht nur der Homosexuellen, sondern auch der Blumenkinder, Frauen und Senioren sowie eine lesbische Wahlkampfleiterin brauchte es für diesen Erfolg. Nur wenige Monate im Amt traf ihn die todbringende Kugel seines Kollegen und Konkurrenten Dan White.
Historisch gesehen war Harvey Milk nicht der erste bekennende Homosexuelle in einem öffentlichen Amt. Schon in der ersten Hälfte der siebziger Jahre bekannten sich zwei Frauen offen zu ihren homoerotischen Neigungen: Nancy Wechsler, Stadträtin von Ann Arbor, Michigan, und Kathy Kozachenko, ihre Amtsnachfolgerin.