Der ehemalige Chefredakteur der Frankfurter Rundschau Wolfgang Storz über den Niedergang des Journalismus:
“Wäre der politische Journalismus selbstkritisch, er würde seinen Charakter und sein Geschäftsgebaren in der Finanzindustrie wiedererkennen; bloß der Rohstoff ist ein anderer, Informationen statt Geld. Sein Hauptgeschäft ist nicht mehr der solide Handel mit verlässlichen Nachrichten und erklärenden Analysen, sondern die immer riskantere Spekulation mit Halbgarem. (…) Die Jäger fantasieren sich den publizistischen Braten fett. Die Spekulanten gieren nach Rücktritten und Krisen. Eine Elitenvernichtungsmaschine auf Hochtouren: täglich ein Messias, täglich ein Hingerichteter.”
Wolfgang Storz: Wir Meinungsspekulanten. taz, 14. Juni 2010