22.45 Uhr, ARD: Let’s make money (Let’s make money). Dokumentarfilm. Ö 2008, Regie: Erwin Wagenhofer
23.05 Uhr, 3sat: Idiots and Angels (Idiots and Angels). Animationsfilm. USA 2008, Regie: Bill Plympton
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Sommerpause Sa., 31. Juli 2010 Zur Zeit keine TV-Tipps! Baden gehn!! Freunde treffen!!! |
22.45 Uhr, ARD: Let’s make money (Let’s make money). Dokumentarfilm. Ö 2008, Regie: Erwin Wagenhofer 23.05 Uhr, 3sat: Idiots and Angels (Idiots and Angels). Animationsfilm. USA 2008, Regie: Bill Plympton 20.15 Uhr, Arte: Ameisen - Die heimliche Weltmacht. Dokumentarfilm. Ö 2004, Regie: Wolfgang Thaler 21.00 Uhr, Phoenix: Die Jahrhundert-Pleite - Wie der Lehman-Crash die Welt veränderte. Dokumentarfilm. D 2009, Regie: Peter Gerhard 21.00 Uhr, Arte: Elementarteilchen. D 2005, Regie: Oskar Roehler 22.50 Uhr, Arte: China, neues Reich der Kunst? Chinesischer Neo-Dadaismus. Dokumentarfilm. F 2009, Regie: Zhimin Sheng, Emma Tassy 00.40 Uhr, Arte: Ghost Dog – Der Weg des Samurai (Ghost Dog - The Way of the Samurai). USA/F/D 1999, Regie: Jim Jarmusch 20.15 Uhr, Vox: The Green Mile (The Green Mile). USA 1999, Regie: Frank Darabont 20.15 Uhr, Das Vierte: Nr. 5 gibt nicht auf (Short Circuit II). USA 1988, Regie: Kenneth Johnson 22.50 Uhr, Arte: Die Millionenblase. Zerplatzte Träume am Kunstmarkt (The Great Contemporary Art Bubble). Dokumentarfilm. GB 2008, Regie: Lewis Ben 23.40 Uhr, mdr: Reise mit Haustieren (Puteshestvie s domashnimi zhivotnymi). RUS 2007, Regie: Vera Storozheva 00.50 Uhr, ARD: Gefährliche Züge (La diagonale du fou). CH/F 1983, Regie: Richard Dembo “Irgendwie ist es wie im Mittelalter”, findet Meinhard Miegel, “Nur dass damals alles im Dienste der Theologie stand. Jetzt steht es im Dienste des Wachstums.” Miegel ist der ‘Psychologe’ unter den Wirtschaftsweisen. Er diagnostiziert unsere Markwirtschaft als krankes System, das an einer Wahnvorstellung ewigen Wachstums leidet. Dieses Wachstum bedeute heute keinen Zuwachs an Wohlstand für alle mehr, sondern werde nur noch durch Reparaturleistungen geschaffen: vom kaputten Haus über die kaputten Familien und kaputten Geistes- und Körperzustände. Nach dem Rausch des Marktes kommt der Kater. Und zugleich bläht sich schon die nächste Blase auf, dank der Billionen, die die Regierungen in den Markt pumpen wie ein Süchtiger, der sich den nächsten Schuss setzt, um die Entzugserscheinungen zu überwinden. Beim nächsten Crash, prophezeit der Wirtschaftsweise, wackelten dann Unternehmen, Banken und Staaten. Dann wären wir wieder bei der Theologie. Es ist wohl eher das, was Menschen von Kaninchen und Kühen unterscheidet. Die sehen zumindest das Gras wachsen. Meinhard Miegel: 2015 - das Jahr der finalen Krise. FAZ, 3. Juni 2009 Der Steuer- und Verfassungsrechtler Paul Kirchhoff fordert wieder mehr Eigenverantwortung im Markt und die Aufhebung der kartellartigen Vernetzung von Banken, Großunternehmen, Rating-Agenturen und Rückversicherern. Statt funktionstüchtiger Autos solle der Staat lieber Prämien, Finanzanreize und kreditfinanziertes Wachstum abwracken und vor allem neue Regeln schaffen, die alle am Markt Beteiligten wieder mehr zur Verantwortung zögen. Dies gilt für Banken, die risikobehaftete Kredite in undurchschaubaren Papieren verbrieften und weiterverkauften, gleichermaßen wie für Anleger, die nur auf die Rendite schauten, ohne zu hinterfragen, wie sie erwirtschaftet werde. Paul Kirchhof: Der Schaden der anderen. FAZ, 29. Mai 2009 Der Sozialwissenschaftler Gunnar Heinsohn liefert die beste Erklärung der Wirtschaftskrise, die ich bisher gelesen habe. Er schlüsselt auf, warum die Zinssenkungen in Japan und den USA die Finanzkrisen weder aufhalten noch mildern konnten und warum Kredithaie trotz hoher Zinsen dennoch Zulauf an Kunden haben. Es ist das Spiel mit dem Ausfallrisiko. Nur wer Sicherheiten bieten und Eigentum verpfänden kann, erhält Kredit oder wie Woody Allen es ausdrückte: Banken sind Institutionen, die Geld an Leute verleihen, die nachweisen können, dass sie es nicht brauchen. Wer auf die Sicherheiten verzichtete, ließ es sich mit hohen Zinsen bezahlen. Heinsohn entlarvt unsere Marktwirtschaft als das, was sie eigentlich ist, keine – wie oft suggeriert wird – vom Tauschhandel herrührende Produktions- und Geldwirtschaft mehr, sondern vielmehr eine “Eigentumswirtschaft”, bei der nicht der Besitz und optimale Tausch von Gütern Mehrwert schaffen, sondern Eigentum und Verfügbarkeit die Grundlage für ein Wirtschaften bilden, das nur nur durch permanente Innovation vor dem stets drohenden Ruin gerettet werden kann. Gunnar Heinsohn: Die nächste Blase schwillt schon an. FAZ, 22. Mai 2009 Die FAZ bietet eine Serie zur Zukunft des Kapitalismus und der sozialen Marktwirtschaft. Der Journalist, die Lobbyistin, der Schriftsteller und der Vorstandsvorsitzende sowie der Kulturtheoretiker liefern dabei je eigene Aspekte. Der Journalist: Thomas Strobl erinnert mit dem Text “Soziale Marktwirtschaft: Ökonomie als Instrument, nicht als Selbstzweck” an den geistigen Schöpfer der sozialen Marktwirtschaft, nicht ihren politischen Vater Ludwig Erhard, sondern ihren geistigen Vater, den Ökonomen Alfred Müller-Armack, der mit seinem Buch „Wirtschaftslenkung und Marktwirtschaft“ die Grundlage für unsere Wirtschaftsordnung schuf. Soziale Marktwirtschaft müsse sich, so Müller-Armack an den mittelständischen Betrieben ausrichten, die Freiheit sei oberstes Gebot und nur durch eine Verteilung der ökonomischen Macht zu erreichen. [...] Thomas Strobl beleuchtet mit Niklas Luhmann den Anteil der Massenmedien an der gegenwärtigen Krise. Die Massenmedien informieren nicht über die Realität, sondern sie “konstruieren” sie, und zwar nach ihren eigenen Vorstellungen: In die Schlagzeilen kommt nur, was neu und unverbraucht ist und nach Konflikt riecht. Die zunehmende Beschleunigung der Informationsvermittlung führt darüber hinaus bei den Lesern zu einer Unsicherheit, die verantwortungsvolles langfristiges Handeln erschwert. Weil dem Menschen die objektive Basis fehlt, die Zukunft realistisch einzuschätzen, verleitet ihn die Beschleunigung der Information dazu, auf Konventionen oder “Schemata” zurückzugreifen. Er befindet sich in einer “statistischen Normaldepression”. Thomas Strobl: Too much information und statistische Normaldepression. FAZ-Blog auf faz.net, 15. April 2009 Die Kunst hatte sich in den vergangenen Jahren zum Spekulationsobjekt gewandelt, der Markt, verkörpert durch Sammler und Galeristen, die wie Ratingagenturen fungieren, bestimmte ihren Wert. Eine einst dem Kunstwerk zugeschriebene Erhabenheit ging dabei verloren, der Künstler entwickelte sich vom Schöpfer zum Macher. Hanno Rauterberg analysiert unter der Bedingung der Krise die parallelen Strukturen zwischen Kunstmarkt und Börse und welche Rückwirkung die Entwicklung auf die Kunst selbst und die Figur des Künstlers hatte und hat. “Das Machen als solches ist nicht länger ein Zeichen der Vitalität; spätestens jetzt, in der Krise, braucht das Machen eine Begründung, ein sinnvolles Ziel. Denn so gnadenlos aktiv waren die Macher der Finanzwelt, so ungemein findig und kreativ, dass man erst einmal genug hat vom planlos planvollen Drauflos.” Die derzeitige Krise auf dem Kunstmarkt könnte, so hofft Rauterberg, die Ästhetik des Kunstwerks wieder zum bestimmenden Faktor seines Wertes erheben. Hanno Rauterberg: Risse im Bild. Die Zeit, Nr. 17, 16. April 2009 Wer, wie ich, beim Monopoly-Spiel am liebsten Bahnhöfe, Elektrizitäts- und Wasserwerke erstanden hat, in der Meinung, diese seien in Notzeiten wichtiger als der Besitz der Parkallee samt Hotels, wird die Brisanz des unter dem sperrigen Begriff “Cross-Border-Leasing” gefassten Verfahrens sicher durchschauen. Der Ausverkauf öffentlichen Eigentums europäischer Städte an US-amerikanische Investoren ist nichts Neues, einige Stimmen warnen schon seit langem davor. Aber endlich nimmt sich jemand des Themas in großem Stil an. ‘Die Zeit’ widmet ein ganzes Dossier der Praktik vieler Bürgermeister, für schnelles Geld in den klammen Stadtkassen zu sorgen, indem sie Straßenbahnen, Kläranlagen und Messehallen, manchmal gar die Wasserversorgung und Schulgebäude auf der Basis undurchschaubarer Verträge an unbekannte Investoren verkauften und parallel zurückleasten. Der Haken an der Sache ist, dass diese Leasing-Verträge eine Laufzeit von 99 Jahren haben, [...] Die Schriftstellerin, Hörspiel- und Theaterautorin Kathrin Röggla stellt sich die Finanzkrise als Katastrophenfilm vor und sinniert in der “Zeit” darüber, welche Eigenschaften ein Krisenmanagementteam unserer Gegenwart haben müsste - und nicht hat. Das aktuelle Krisenmanagement entpuppt sich als überfordertes Jonglieren an der Oberfläche. Das Worst Case Szenario hat unseren Alltag längst ergriffen. Kathrin Röggla: Worst case scenario, Die Zeit, Nr. 11, 5. März 2009 Der Text ist ein Auszug aus einem längeren Essay, der unter dem Titel “Gespensterarbeit, Krisenmanagement und Weltmarktfiktion” im Mai im Picus Verlag in der “Edition Gesellschaftskritik” erscheinen soll. |
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