Wer, wie ich, beim Monopoly-Spiel am liebsten Bahnhöfe, Elektrizitäts- und Wasserwerke erstanden hat, in der Meinung, diese seien in Notzeiten wichtiger als der Besitz der Parkallee samt Hotels, wird die Brisanz des unter dem sperrigen Begriff “Cross-Border-Leasing” gefassten Verfahrens sicher durchschauen.
Der Ausverkauf öffentlichen Eigentums europäischer Städte an US-amerikanische Investoren ist nichts Neues, einige Stimmen warnen schon seit langem davor. Aber endlich nimmt sich jemand des Themas in großem Stil an. ‘Die Zeit’ widmet ein ganzes Dossier der Praktik vieler Bürgermeister, für schnelles Geld in den klammen Stadtkassen zu sorgen, indem sie Straßenbahnen, Kläranlagen und Messehallen, manchmal gar die Wasserversorgung und Schulgebäude auf der Basis undurchschaubarer Verträge an unbekannte Investoren verkauften und parallel zurückleasten.
Der Haken an der Sache ist, dass diese Leasing-Verträge eine Laufzeit von 99 Jahren haben, [...]