Zeitungen sind systemrelevant, sie sind wichtiger als Banken, Opel oder Arcandor. Hier geht es nicht um Finanzmärkte, Kapitalismus und Renditen, sondern um die Aufrechterhaltung der Demokratie.
Heribert Prantl liefert ein vehementes Plädoyer für die meinungsbildende Funktion der Presse - und ist dennoch gegen Staatssubventionen. “Den Zeitungen fehlte es gerade noch, dass es bei ihnen zugeht wie beim ZDF - dass also die politischen Parteien glauben, sie könnten sich nicht nur den Chefredakteur beim ZDF, sondern auch noch den bei der taz aussuchen.” Zugleich räumt er auf mit der unsinnigen Debatte über guten Journalismus und schlechte Blogs und fordert stattdessen wieder Verleger und Journalisten, die Haltung und Leidenschaft beweisen, in welchem Medium auch immer sie publizieren.
Heribert Prantl: Die Zeitung ist wichtiger als die Deutsche Bank. SZ, 8. Juni 2009