Ganymedisches Spielzeug
Die göttliche Gabriele Goettle mit ihrem Text über einen Cashflow-Club in Wittenberg erinnert mich stark an eine Science-Fiction-Geschichte von Philip K. Dick aus den fünfziger Jahren, die ich neulich gelesen habe.
In dieser Erzählung gibt es ein Volk irgendeines Planeten oder Mondes, die Ganymeder, das sich auf die Herstellung von Kinderspielzeug spezialisiert hat. Weil diese Leute jedoch für ihre perfide Kriegführung bekannt sind - “im letzten Jahr hatten die Monde ihre gewohnte Haltung wirtschaftlicher Habgier überschritten und waren - wie man aus Kreisen der Nachrichtendienste hatte erfahren können - dazu übergegangen, sich über offenes militärisches Vorgehen gegen konkurrierende Interessen Gedanken zu machen” -, ist eine eigene Prüfstelle für dieses Spielzeug im Terranischen Einfuhramt für Muster eingerichtet worden, die einiges Spielzeug für den Markt frei gibt und anderes nicht.
Den Cowboy-Cyberspace-Anzug, der seinen Träger in die Kindheit zurückführt und dabei gegen Hauswände rennen lässt, können die Prüfer gerade noch abwehren, eine seltsame Zitadelle, die anstürmende Soldaten absorbiert und dem spielenden Kind einflüstert, es sei das allergrößte, hinterlässt sie im Zwiespalt.
Doch eine neue Variante des Monopoly-Spiels namens Syndrom halten die Tester für realitätsnah und unbedenklich und lassen es deshalb zu. Die Kinder des Prüfers lieben das Spiel, das er ihnen nach Hause mitgebracht hat, vom ersten Moment an und gewinnen haushoch. Er hat es nämlich versäumt, sich die Regeln allzu genau anzuschauen, das Ziel des Spiels besteht entgegen seiner Annahme nicht darin, möglichst viel Vermögen anzuhäufen, sondern das Geld mit vollen Händen auszugeben. Gewonnen hat, wer am Ende gar nichts mehr hat.