Kunstwissenschaftler erkennt man daran, dass sie in Museen den meisten Spaß haben, in einem Marienbild eine Gurke entdecken oder kleinkarierte Produkte holzfreier Papiergewinnung mit den Zeugnissen ihrer Langeweile schmücken.
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Der Depressive und der Eingeschleuste Mo., 17. Januar 2011 23.30 Uhr, HR: Control (Control). GB/USA/AUS/JP 2007, Regie: Anton Corbijn 23.30 Uhr, SWR: URO (URO). N 2006, Regie: Stefan Faldbakken |
Kunstwissenschaftler erkennt man daran, dass sie in Museen den meisten Spaß haben, in einem Marienbild eine Gurke entdecken oder kleinkarierte Produkte holzfreier Papiergewinnung mit den Zeugnissen ihrer Langeweile schmücken. Ihr Medium ist die Collage: In der Ausstellung “Aller Anfang ist Dada” zähmt die Berlinische Galerie ihre “Hausheilige” Hannah Höch. Dazu rückt sie die formalen Aspekte im Werk der Künstlerin zuungunsten der politischen in den Vordergrund Sie ist die einzige Frau unter den Dadaisten: Hannah Höch, deren Name mit einem “H” anfängt und auch endet, ein bisschen wie Anna (Blume), jene Poesiegestalt Kurt Schwitters’, die von hinten wie von vorn ist - zumindest typografisch betrachtet. Hannah Höch signierte mit einem schlichten doppelten H. H. Die Signatur ist symmetrisch, grafisch, mechanisch, von hinten wie von vorn, von oben wie von unten. Das ist programmatisch. H. H. ist auch ein bisschen Dada. [...] Vom eigenen Arbeitszimmer zum Raum der vielen Stimmen: In der Ausstellung “A Room of One’s Own” im Kunstraum Kreuzberg nehmen Künstlerinnen mit Virginia Woolf die Begrenzungen ihrer Identität in den Blick Einen Raum. Ein eigenes Zimmer, ganz für sich allein. Und ein Grundeinkommen, das Unabhängigkeit von Ehemännern und Gönnern garantiert. Als Virginia Woolf 1928 an der Universität Cambridge einen Vortrag zum Thema “Frauen und Fiction” hielt, sprach sie statt über Literaturgeschichte zuallererst über die ökonomischen Grundvoraussetzungen, die erfüllt sein müssten, damit Frauen überhaupt künstlerisch arbeiten könnten. Ihr Essayband “A Room of One’s Own” wurde zu einem Manifest der Emanzipation. [...] Kunst wird Karneval, es lebe die Verwandlung! In einem Videozyklus in der daad-Galerie stillt die Künstlerin Katarzyna Korzyra ihren Hunger nach Bewunderung ohne Reue Manche Menschen träumen vom großen Geld, von der Rente mit fünfundvierzig oder der Festanstellung - andere schlicht von einem warmen Schlafplatz. Die polnische Videokünstlerin Katarzyna Kozyra wünschte sich nichts sehnlicher, als Operndiva zu werden. Als sie 2003 ein Stipendium des Deutschen Akademischen Austauschdienstes in Berlin erhielt, nutzte sie es, um zunächst einmal professionellen Gesangsunterricht bei einem “Maestro” zu nehmen. Wie weit sie sich, nach weiterem Unterricht in weiblichem Auftreten und tänzerischer Grazie, ihrem Ziel inzwischen genähert hat, lässt sich nun in einer Ausstellung in der daadgalerie eruieren. [...] |
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