‘Open Access’ ist der Versuch, das in der Computerbranche durchaus erfolgreiche ‘Open Source’-Projekt auf die Wissenschaft, ja, auf den Umgang mit Texten überhaupt, zu übertragen. Während ‘Open Source’-Projekte Programmcodes offen zugänglich machen und damit zur Weiterentwicklung freigeben, stellt eine Anwendung des Prinzips auf Wissenschaft und literarische Produktion jedoch eine ganze Wissensordnung auf den Kopf.
Der Traum vom weltweit frei zugänglichen Wissen klingt verführerisch, das Internet als große Datenbank, die Erfüllung der Aufklärung, eine Demokratisierung des Wissens. Endlich können wissenschaftliche Publikationen schnell eingesehen werden, Leser aus Afrika und Übersee, China und Neuseeland können auf Forschungsergebnisse aus Paris, London oder Berlin zugreifen und umgekehrt. Ein neues Weltverständnis, ein humboldtsches Ideal rückt näher. Soweit der Wunschtraum.
Doch die warnenden Stimmen werden immer lauter. [...]