Berliner Trauerspiele
Der Kulturstaatsminister Bernd Neumann freut sich. Von dem jüngsten Konjunkturpaket der Regierung hat er 100 Millionen für die Kultur abgeschöpft. Das klingt zunächst wunderbar, doch fragt sich Birgit Walter in der Berliner Zeitung, wofür das Geld eigentlich genutzt wird. Es fließt vor allem in die Gebäudesanierung, bei den Künstlern kommt es jedenfalls nicht an. Sie müssen im Gegenteil noch unter Kürzungen leiden, denn ihre Projekte sind von den kommunalen Kassen abhängig, und dort wird gespart.
17,3 Millionen fließen in die Sanierung des Hauses der Berliner Festspiele in der Schaperstraße. Doch das Haus gehört der Stadt nicht einmal. Sie hatte es 1999 an eine Hamburger Investorengruppe verkauft und zurückgemietet. Der Mietvertrag läuft noch bis 2020. Dann wird das Haus womöglich ohnehin abgerissen und das attraktive Grundstück neu bebaut.
Birgit Walter: Oben Füllhorn, unten Armut. Berliner Zeitung, 8. Juni 2009