… oder wie man ‘DIE REZENSION’ bei Google findet:
- “neo kannibalismus”
- “Gespensterarbeit,
Krisenmanagement und
Weltmarktfiktion” - “afrikanische kriegsspiele”
- “lady gaga oberhausen wann kommts im fernseher”
- “geheimdienst lehrbücher”
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Der Depressive und der Eingeschleuste Mo., 17. Januar 2011 23.30 Uhr, HR: Control (Control). GB/USA/AUS/JP 2007, Regie: Anton Corbijn 23.30 Uhr, SWR: URO (URO). N 2006, Regie: Stefan Faldbakken |
… oder wie man ‘DIE REZENSION’ bei Google findet:
Die Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) bezog gestern in ihrer Berliner Rede Position zur Reform des Urheberrechts. Dabei schlug sie einen liberalen Mittelweg ein, der den geistigen Urheber wieder in den Mittelpunkt des Rechts rückt, Presseverlagen ein Leistungsschutzrecht in Aussicht stellt und Provider in die Pflicht nimmt. Die Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger hielt gestern abend in der Berliner Akademie der Künste ihre lang erwartete Rede zum Urheberrecht. Darin erteilte sie beiden Extrempositionen der vorangegangenen hitzigen Debatten eine Absage [...] Die göttliche Gabriele Goettle mit ihrem Text über einen Cashflow-Club in Wittenberg erinnert mich stark an eine Science-Fiction-Geschichte von Philip K. Dick aus den fünfziger Jahren, die ich neulich gelesen habe. In dieser Erzählung gibt es ein Volk irgendeines Planeten oder Mondes, die Ganymeder, das sich auf die Herstellung von Kinderspielzeug spezialisiert hat. Weil diese Leute jedoch für ihre perfide Kriegführung bekannt sind - “im letzten Jahr hatten die Monde ihre gewohnte Haltung wirtschaftlicher Habgier überschritten und waren - wie man aus Kreisen der Nachrichtendienste hatte erfahren können - dazu übergegangen, sich über offenes militärisches Vorgehen gegen konkurrierende Interessen Gedanken zu machen” -, ist eine eigene Prüfstelle für dieses Spielzeug im Terranischen Einfuhramt für Muster eingerichtet worden [...] Der spanische Schriftsteller Rafael Chirbes stellt der sozialdemokratischen Regierung seines Landes unter José Luis Zapatero kein gutes Zeugnis aus. Der Sparwahn greift um sich, mit dem Ziel, den Euro vor der Spekulation zu retten und die Staaten vor dem Bankrott. Da vertreten auch linke Politiker, von Brüssel und Washington D.C. aus ermahnt, Maßnahmen, die mit ihrer eigenen Agenda nichts mehr zu tun haben. Unter dem Druck der wirtschaftlichen Gegebenheiten oder geglaubten Gegenheiten knickt die Politik in der Wirtschaftskrise ein, Sparmaßnahmen, die jahrelang ein zähes Verhandeln zwischen allen Beteiligten, der Wirtschaft, den Gewerkschaften, dem Staat, den Angestellten und verschiedenen Parteien vorausgesetzt hatten, werden nun im Angesicht der Krise und der angenommenen Zwangslage über Nacht beschlossen, diktiert und umgesetzt. Die Tagesagenda hat über die Demokratie gesiegt. Rafael Chirbes: Spanien in Not: Mit den Kannibalen am Tisch, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ), 27. Mai 2010 Der Axolotl ist ursprünglich in schlammigen Vulkangewässern in Xochimilco, Mexiko, beheimatet. Er gehört zur Gattung der Querzahnmolche, die wiederum zu den Schwanzlurchen zählen. Anatomisch gilt der Axolotl als pädomorpher Organismus, der noch im Erwachsenenstadium Merkmale von Jungtieren aufweist und auch nach der Geschlechtsreife im Larvenstadium verharrt. Seine Kiemen sind fiedrige Außenfühler, durch die er Sauerstoff aus dem Wasser aufnimmt und Kohlenstoff an die Umgebung abgibt. Wegen ihrer exponierten Lage sind diese äußerst empfindlich und verletzlich. Portrait of the Fighter as a Young Man (Portretul luptătorului la tinereţe) von Constantin Popescu ist die rumänische Variante von Tarantinos Inglourious Basterds, den er noch um 3 Minuten an Länge schlägt: nahezu drei Stunden Partisanengemetzel in den Karpaten. Wie Quentin Tarantino stellt auch Constantin Popescu eine zusammengewürfelte Gruppe von Widerstandskämpfern in den Mittelpunkt, deren einziger Lebenszweck darin zu bestehen scheint, gegen ein ebenso übermächtiges wie entmenschlichtes System anzukämpfen, indem sie so viele von dessen Repräsentanten wie möglich abknallen, bevor das System sie selbst abknallt. Der Unterschied liegt darin, dass das gegnerische Regime in diesem Fall kein faschistisches Hitlerdeutschland ist, sondern der mit aller Gewalt agierende kommunistische Arbeiter- und Bauernstaat der Parteischergen und Securitate-Chefs, und – entscheidender! – dass der Film auf die heroische Kraftmeierei der gutgelaunt metzelnden Tarantino-Figuren gänzlich verzichtet, sondern vielmehr danach fragt, was in einer solchen Situation vom Menschen noch übrig bleibt. [...] Lasst die weisen alten Männer wieder ran! Nach Beckmann gestern abend auf rbb ist klar: Nur ein Altenrat kann die Welt noch retten. Man kann ihnen vieles vorwerfen, nicht alle ihre politischen Entscheidungen mögen immer richtig gewesen sein, nicht allen ihren Forschungsaussagen kann man voll zustimmen, man mag den ein oder anderen in seiner Dauerpräsenz als arrogant und/oder machistisch empfinden, doch wo gibt es heute noch solche Männer? [...] Die diesjährige Berlinale kapriziert sich in der Kosslick-Tradition auf sozialpolitische Thesenfilme der aktuellen lokalen wie globalen Lebenswelt. 2001 war Dieter Kosslick mit dem Ziel als Leiter der Berlinale angetreten, diese wieder mehr zu politisieren. Das ist ihm gelungen, auf Kosten des Staraufgebots und des ästhetischen (Unterhaltungs)Wertes der Filme. Doch zugleich ist die Berlinale 2010 ein Festival der leisen Töne und einer neuen politischen Innerlichkeit. Die Berlinale 2010 zeigt sich als Festival der leisen, mitunter gar schwachen Töne, sozialpolitische Themen sind in den gezeigten Filmen oft auf die ganz persönliche Ebene hinuntergebrochen. Wir finden Einzelkämpfer, die sich in einer neuen ökonomischen Wettbewerbssituation ihren Weg suchen (Die Friseuse von Doris Dörrie, Der Räuber von Benjamin Heisenberg, Father of Invention von Trent Cooper), wir finden [...] Wer noch immer nicht genug von der Berlinale hat, keine Karten mehr ergattern konnte oder schon wieder Entzugserscheinungen bekommt, kann im Arsenal am Potsdamer Platz noch einmal nachsitzen und diese Woche eine kleine Auswahl der Forumsfilme anschauen. Hier das Programm: ![]() Der chinesische Forumsfilm Crossing the Mountain (Fān shān) beschäftigt sich mit dem Volk der Wa und Grenzerfahrungen zwischen Menschenopfern und Moderne. Die Logik folgt dabei der Psyche der Regisseurin und strapaziert die Geduld des Publikums. Urwald überall. Die Blätter rauschen, unbekannte Tiere maunzen, zirpen und keckern im Dickicht. Das Grün ist oben, unten, drumherum. Und sonst ist nichts. Ein junger Mann tappt mit verbundenen Augen durch das Gestrüpp, vorsichtig, endlos, Schritt um Schritt seine Umgebung ertastend. Endlos. Und endlos langsam. Ein junges Mädchen spielt Fangen mit ihm, lockt ihn und läuft wieder weg, doch er weiß nichts davon. Sie steht unbeweglich vor ihm, er lauscht lange, bemerkt sie nicht. Sie gibt keinen Ton von sich und verschwindet wieder. Er setzt seinen tastenden Gang fort. Langsam. Endlos. Die Regierungskampagne hat uns aufgeklärt, es gibt Landminen hier. [...] Kunstwissenschaftler erkennt man daran, dass sie in Museen den meisten Spaß haben, in einem Marienbild eine Gurke entdecken oder kleinkarierte Produkte holzfreier Papiergewinnung mit den Zeugnissen ihrer Langeweile schmücken. Condorito und die Supermachos, der tragische Eternauta, die aus Schamanenphantasie entsprungenen Figuren eines Jodorowsky und die mystischen Stadtindianerinnen aus Buenos Aires halten Einzug nach Berlin. Comics und Superhelden erfreuen sich einer eingeschworenen Fangemeinde, nun entdeckt allmählich auch die Wissenschaft das Medium, das Text und Bild auf besondere Weise verknüpft. Im Rahmen eines Symposiums am Lateinamerika-Institut der Freien Universität Berlin debattieren vom 22.-24. Oktober Wissenschaftler aus Lateinamerika [...] Dass Linkshänder trotz aller reformpädagogischer Ansätze und Designinnovationen noch immer einer unterdrückten Minderheit angehören, offenbart sich in den vielen Schwierigkeiten, mit denen sie bei der Bewältigung ihres hochkomplexen Alltags konfrontiert sind. ![]() Ich bin Linkshänder. Ich bin alt genug, dass es bei mir in der Schule noch keine Linkshänderscheren gab und keine Kindergartenerzieherin von meinen Eltern angegangen worden wäre, wie sie das nicht habe merken können, dass ich Linkshänderin sei (implizit mit dem echauffierten Vorwurf: Mein Kind ist etwas ganz Außergewöhnliches, wissen Sie denn nicht, dass Linkshänder ganz besonders begabt, intelligent und vor allem überaus kreativ sind, da ihre Gehirnhälften besser vernetzt sind!). Ich bin nicht daran gestorben, dass es bei uns im Kindergarten und in der Schule keine Linkshänderscheren gab. So habe ich eben mit rechts schneiden gelernt. Ebenso wie werfen, alle Sportarten, die Schläger erfordern, und Brot schneiden. (Das ist nicht weiter schlimm, man macht sich dann nicht von besonderen Designläden abhängig, die ihr Geschäft mit ausgefeilten Linkshändergerätschaften machen.) Das Messer gehört in die rechte Hand, die Gabel in die linke, und so übe ich konsequent alle Schneidetätigkeiten, auch das Schnitzen, mit rechts aus. Genauso wie Bogenschießen oder Degenfechten. Anders ist es, wenn ich ein Brot schmiere. [...] Handys erleichtern das Miteinander. Als schnelles, einfaches, ebenso knappbemessenes wie unaufdringliches Medium hat die sms ihren Siegeszug angetreten. Doch mitunter können 160 Zeichen ein PingPong der Synapsen in Gang setzen. ![]() Eine Kurzmitteilung empfangen - doch, von wem? Am Freitagabend erhielt ich eine sms eines mir unbekannten Absenders. Das heißt, allem Anschein nach war mir der Absender nicht tatsächlich unbekannt, denn irritierenderweise handelte es sich um eine in meinem Handy eingespeicherte Nummer, vollständig mit Vor- und Nachnamen versehen. Doch welche Person sich hinter diesem Namen verbarg, entzog sich gänzlich meinem Erinnerungsvermögen. Ein erster Anflug von Alzheimer? Ein Autosave-Fehler in meinen Synapsen? Akribisch ging ich alle Parties der vergangenen Wochen durch, die neuen Arbeitskollegen und die Interviewpartner des Monats. In meinem Kopf, völlige Leere. Kein Gesicht leuchtete auf meiner Festplatte auf. Vorsichtshalber ließ ich die Nachricht zunächst unbeantwortet. Am nächsten Morgen stieß ich in einer abgelegenen Ecke meines Gehirns auf einen Namensvetter des Schreibers, schon wollte ich eine flüchtige Aufklärungs-sms schreiben, doch nach der flugs durchgeführten Recherche am Mittag erwies sich der Familienname des Kandidaten nicht als deckungsgleich mit dem des Schreibers. [...] Die Patientin Deutschland ist ein komplizierter Fall. Ihren besten Regisseuren zufolge verbringt die Nation den 60. Geburtstag wahlweise beim Psychiater, im Puff oder auf dem Mond. ![]() Christoph Hochhäusler: Séance (c) Herbstfilm Wer auf den Frühling hofft, der hofft vergebens. Deutscher als der Frühling bleibt der Herbst; das Höchste der Romantik hierzulande ist ein Wintermärchen. Eine fröhliche, mit sich selbst im Reinen lebende Nation werden die Deutschen auch kurz vor der Pensionierung nicht werden, wenn wir Deutschland 09 – 13 kurze Filme zur Lage der Nation wörtlich nehmen, allenfalls Kassenpatient. Ihren 60. Geburtstag verbringt die Nation entweder beim Psychiater (wahlweise wegen Depression, historisch bedingten Angstpsychosen oder Lethargie, unfähig den “Ruck”, der durch dieses Land gehen soll, zu spüren oder auch nur auszusprechen), im Puff oder auf dem Mond, jenseits von Gut und Böse in schönen Erinnerungen an ein fiktives “Deutschland” schwelgend, das aus Multifunktionsmöbeln und dem Mauerkuss besteht (Christoph Hochhäusler, Séance). Und zwischendurch trällern alle ein paar Liedchen, wie das auf deutschen Bühnen im vergangenen Jahrzehnt so üblich war. Die im Ausstoß der Bürokratiemaschine erstickende Sekretärin der Nation kann den vielen Fragen nur ihr “Moment bitte!” in die Hörermuschel entgegenhalten, der Rest hängt in der Warteschleife und hofft vergeblich auf Antworten (Wolfgang Becker, Krankes Haus). [...] ‘Open Access’ ist der Versuch, das in der Computerbranche durchaus erfolgreiche ‘Open Source’-Projekt auf die Wissenschaft, ja, auf den Umgang mit Texten überhaupt, zu übertragen. Während ‘Open Source’-Projekte Programmcodes offen zugänglich machen und damit zur Weiterentwicklung freigeben, stellt eine Anwendung des Prinzips auf Wissenschaft und literarische Produktion jedoch eine ganze Wissensordnung auf den Kopf. Der Traum vom weltweit frei zugänglichen Wissen klingt verführerisch, das Internet als große Datenbank, die Erfüllung der Aufklärung, eine Demokratisierung des Wissens. Endlich können wissenschaftliche Publikationen schnell eingesehen werden, Leser aus Afrika und Übersee, China und Neuseeland können auf Forschungsergebnisse aus Paris, London oder Berlin zugreifen und umgekehrt. Ein neues Weltverständnis, ein humboldtsches Ideal rückt näher. Soweit der Wunschtraum. Doch die warnenden Stimmen werden immer lauter. [...] ‘Milk’ ist eine sanfte Hommage voller Luftballons, Lächeln und Twinkies an eine Ikone aus den Anfängen der Schwulenbewegung. Harvey Milk kämpfte im San Francisco der siebziger Jahre als Stadtrat gegen die Diskriminierung von Homosexuellen und fand dafür den Tod.
Nein, es ist kein surrealer Einfall von George Bataille oder Salvador Dalí, er heißt wirklich so: ‘Milk’ ist Harvey Milk und war einer der ersten bekennenden Homosexuellen, die in ein öffentliches Amt gewählt wurden. Heute gilt er als Ikone der Schwulenbewegung. 1978 wurde Harvey Milk in San Francisco Stadtrat seines Bezirks, nachdem dieser sich im Laufe der siebziger Jahre in konzentrischen Kreisen um Milks Fotoladen ‘Castro Camera’ zum Szeneviertel gemausert hatte. Vier Anläufe und die Unterstützung nicht nur der Homosexuellen, sondern auch der Blumenkinder, Frauen und Senioren sowie eine lesbische Wahlkampfleiterin brauchte es für diesen Erfolg. Nur wenige Monate im Amt traf ihn die todbringende Kugel seines Kollegen und Konkurrenten Dan White. Historisch gesehen war Harvey Milk nicht der erste bekennende Homosexuelle in einem öffentlichen Amt. Schon in der ersten Hälfte der siebziger Jahre bekannten sich zwei Frauen offen zu ihren homoerotischen Neigungen: Nancy Wechsler, Stadträtin von Ann Arbor, Michigan, und Kathy Kozachenko, ihre Amtsnachfolgerin. Greifbares Engagement ist den Twens allemal lieber als eine angreifbare Weltanschauung Junge Leute wollen einfach nur ihren Spaß. So dachte man sich das wenigstens lange Zeit: Eine hedonistische Jugend, die auf Partys abhängt und sich weder als besonders ehrgeizig hervortat noch sich gar um gesamtgesellschaftliche Belange kümmern wollte. Doch die letzten beiden Shell-Jugendstudien belegen eine Trendwende. Journalisten sprechen von einem neuen Konservativismus. Werte wie Fleiß, Ordnung, Strebsamkeit und Familie erleben eine Renaissance. [...] Wegen der Verletzung von Urheber- oder Persönlichkeitsrechten werden Blogger zurzeit von einer Abmahnungswelle überrollt - für die Blogger verzichtbarer Ärger, für die Anwälte ein einträgliches Geschäft Der Blogger Horst Schulte von Finger.Zeig.net erhielt im Januar unerwartet eine Abmahnung - wegen eines achtlos verwendeten Brötchenfotos. Die Betreiber von “Marions Kochbuch”, einem Internetkochbuch, wollten ihre Brötchen nicht ungefragt mit anderen teilen. Streitwert: 6.000 Euro. Anwaltskosten: etwa 700 Euro. “Ich war relativ aufgelöst”, sagt Schulte. “Die Folgen? Katastrophal.” Sein Blog stellte er erst mal ein und löschte alle fragwürdigen Fotos. “Bei etwa 3.000 Artikeln seit 2004 war mir das zu heikel. Aber was ist ein Blog ohne Fotos? Langweilig!” [...] |
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